Voller Einsatz für gestrandete Karpfen

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Bild: Pressestelle Polizei Esslingen
Auch eine Polizistin musste mit anpacken, um die gestrandeten Karpfen zu retten. Bild: Pressestelle Polizei Esslingen

Feuerwehr und Polizei packten in Unterensingen bei Stuttgart tatkräftig bei der Rettung von am Neckarufer gestrandeter Karpfen mit an.

Während des Hochwassers waren die Karpfen wohl zum Laichen auf die überschwemmten Uferwiesen gezogen. Bild: Pressestelle Polizei Esslingen

„So einen Einsatz hast du nur alle 30 Jahre mal“, sagt der Unterensinger Feuerwehr-Kommandant Markus Wereb mit einem Schmunzeln. Den nicht alltäglichen Einsatz hatten am Montagmorgen des 3. Juni 2013 zwei Polizeibeamte während ihrer Streifenfahrt eingeleitet. Aufgrund des Hochwassers war der Neckar bei Unterensingen über die Ufer getreten und hatte die K 1219 überschwemmt. Die Straße musste deshalb am Wochenende gesperrt werden. Als die Polizisten am frühen Morgen überprüfen wollten, ob die Straße nun passierbar ist, machten sie eine erstaunliche Entdeckung.

Im Straßengraben, etwa 50 Meter vom Neckarufer entfernt, lagen über mehrere Meter zig Dutzend große Karpfen. Als das Wasser nach der Überschwemmung wieder in den Neckar zurück geflossen war, blieben die Fische dort zurück. Glücklicherweise befand sich in dem kleinen Graben noch etwas Restwasser. Genug, damit die meisten der Fische das Hochwasser überleben konnten. Gemeinsam mit der Feuerwehr Unterensingen und einem Beauftragten des nächstgelegenen Fischereivereins trugen die Beamten die Fische zum Neckar zurück.

Dutzende Karpfen gerettet

Die mehrere Kilo schwere Fische wurden über 100 Meter weit durch dicken Schlamm getragen. „Wir haben vollen Einsatz für die Tiere gebracht“, erinnert sich Markus Wereb. Fünf Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Mithilfe von Eimern und Wannen konnten gleich mehrere Fische auf einmal transportiert werden. „Toll, dass sich die beiden Polizeibeamten auch unverzüglich Gummistiefel organisierten und mit anpackten“, lobt der Kommandant die Kollegen von der Nürtinger Polizei.

Ein sicherlich nicht ganz alltäglicher Einsatz für die Beamten, der aber sicher eine willkommene Abwechslung war: Weder Tote, noch Verletzte, sondern ausschließlich gerettete Lebewesen durften als Erfolg vermeldet werden. Ein eiligst herbeigerufener Beauftragter von der Fischereiaufsicht Baden-Württemberg koordinierte die Rettung und packte selber handkräftig mit an. „Beim letzten Hochwasser 1978 hatten wir das letzte Mal so einen Fischrettungseinsatz“, betont Kommandant Wereb die Einzigartigkeit der Aktion. Diese hat auch bei der Bevölkerung einiges an Respekt eingebracht.

-Alexander Kappen-

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