TV-Tipp: Glitschige Geschäfte – Die Aalmafia

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Gefangener Glasaal, der bereit ist für den Weiterverkauf als Besatzaal oder als Delikatesse an spanische Luxusrestaurants. Bild: ZDF/Christoph Valentien
Gefangener Glasaal, der bereit ist für den Weiterverkauf als Besatzaal oder als Delikatesse an spanische Luxusrestaurants. Bild: ZDF/Christoph Valentien

Am Sonntag, den 4. Juni 2017, sendet das ZDF um 16.30 Uhr „planet e.: Glitschige Geschäfte – Die Aalmafia“.

Mehr als 400 Millionen Euro Umsatz macht die Aalmafia jedes Jahr mit dem illegalen Export von Jungtieren. Die Margen sind ähnlich hoch wie im Drogen- oder Waffenhandel.

Seit 2010 ist der Export von jungen Aalen aus der Europäischen Union verboten. Doch der illegale Handel nach Asien blüht. Denn aus einem einzigen Kilo Mini-Aale lässt sich eine Tonne Aalfilet züchten. Die bringt in Asien bis zu 15 000 Euro ein.

Glasaal ist eine beliebte und extrem teure Delikatesse in Spanien, vor allem im baskischen San Sebastian. Bild: ZDF/Christoph Valentien
Aalfilet ist besonders begehrt in Asien, vor allem in Japan. Bild: ZDF/Chris Caliman

Bevor sie zu Schmuggelware werden, absolvieren die Jungtiere eine lange Reise. Aale schlüpfen in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Etwa drei Jahre brauchen die Larven, um bis nach Europa zu treiben. Dort wandeln sie sich zu Glasaalen. So genannt, weil sie fast durchsichtig sind. In Schwärmen schwimmen sie anschließend von den europäischen Küsten in die Binnengewässer. Auch nach Deutschland. So war es zumindest früher. Mittlerweile sind die Aale aber immer seltener geworden.

Ohne Besatz längst ausgestorben

Seit Anfang der 80er Jahre ist der Aalbestand allein in Brandenburg um 95 Prozent zurückgegangen. Fischer Mario Weber bekommt seine Jungaale aus Frankreich. Er setzt sie dann in den heimischen Gewässern aus. Ohne den künstlichen und teuren Besatz wäre der Aal in Deutschland vermutlich schon längst ausgestorben.

Warum es heute nur noch so wenige Aale gibt, will Florian Stein herausfinden. Er arbeitet für die Organisation „Sustainable Eel Group (SEG)“, die sich für den Erhalt von Aalen in Europa einsetzt. Die ZDF-Umweltdokumentationsreihe „planet e.“ begleitet Florian Stein nach Frankreich an die Loire-Mündung. Dort kommen nach ihrer Reise über den Atlantik noch mehr Jungtiere unversehrt an als in Deutschland. Deshalb gibt es in Frankreich auch legale Fangquoten für Glasaale, unter anderem für den Besatz in deutschen Gewässern. Doch viele Jungtiere verschwinden in den Händen von dubiosen Händlern. Wohin genau werden sie gebracht und wer profitiert davon?

Illegaler Aal-Schmuggel nach Asien

Über San Sebastian im spanischen Baskenland führt die Spur nach Madrid. Anfang 2016 haben spanische Ermittler bei einer Razzia 700 Kilogramm lebende Glasaale entdeckt. Ihr Wert: über eine Million Euro.

Immer weniger Aale im Kescher. Von den Havelaalen kann ein Berufsfischer schon nicht mehr leben. Bild: ZDF/Steph Ketelhut

Florian Stein ist mit Kommissar Juan Antonio Jimenez Pais verabredet. Von ihm erfährt er, dass die Schmuggler speziell präparierte Koffer für den illegalen Aaltransport eingesetzt hatten. Ihr Ziel war Asien. Der Wissenschaftler reist weiter nach Hongkong, der Hauptumschlagplatz für die illegale Ware „Aal“. Von hier aus werden die Glasaale an große Zuchtfarmen in China weiterverkauft, wo sie zu bis zu sechs Kilogramm schweren Fischen heranwachsen. Abnehmer für die ausgewachsenen Aale sind Gourmetrestaurants in ganz Asien.

„planet e.“ begibt sich auf Spurensuche. Wie arbeitet die Aalmafia? Wie können die illegalen Händler überführt werden? Und wie kann man das Aussterben des Aals noch abwenden?

-pm-

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