Top-Gewässer: Der Fuschlsee

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Top-Gewässer: Der Fuschlsee
Traumhaft: Abenddämmerung am Fuschlsee und ein Meterhecht im Netz. (Bild: M. Fuhrmann)
  • Anschrift:

    Fuschlsee – Salzkammergut

  • Ansprechpartner:

    Fischereimeister Gerhard Langmaier

    Mobil: +43 664 3839544
    E-Mail: schlossfuschlfischerei@luxurycollection.com

  • Die Wetterprognose wurde von Tag zu Tag besser, und so machte ich mich bei hochsommerlichen Aussichten auf den weiten Weg nach Österreich. Nach einem Zwischenstopp in Oberbayern ging es weiter ins Salzkammergut. Von M. Fuhrmann

  • Die Reportage hatte dankenswerter Weise FISCH & FANG-Autor Wolfgang Hauer vorbereitet, den ich bei einer Lachstrollingtour vor Rügen kennengelernt hatte. Er wollte uns die nächsten Tage begleiten, genau wie mein Freund Herbert Ziereis vom Angelservice Oberbayern (ASO). Vor Ort stießen noch Marc Kächle und Thomas Kreiner, sowie Stefan Vitzthum und Peter Mißler zur Verstärkung zu uns.

    Am Fuschlsee diente uns das unter Anglern bekannte Seehotel Schlick als Hauptquartier. Dass der Ruf als Anglerhotel nicht von ungefähr kommt, wurde gleich im Eingangsbereich sichtbar. Überall standen Ruten und Köder herum, Fotos von kapitalen Fängen schmückten die Wände. In einem Becken schwammen ein paar stattliche Hechte, die in den letzten Tagen im See gefangen worden waren.

    Am Anglertisch im Eingangsbereich wartete schon Florian Pertiller, Mitarbeiter des Fischereimeisters, mit Angelkarten und aktuellen Informationen auf uns. Neben seiner Arbeit als Fischer ist er leidenschaftlicher Angler und wollte uns die nächsten Tage unterstützen.

    Nachdem wir uns gestärkt hatten, ließen wir die Boote zu Wasser. Der Fuschlsee ist bis 67 Meter tief und hat bei einer Länge von 4.100 Metern und einer Breite von maximal 900 Metern eine Fläche von 2,7 Quadratkilometern. Sein Grund hat wie fast alle Zungenbecken-Seen (Gletscher-Endseen aus der Eiszeit im Alpenvorland) die Form einer Badewanne.

    Gleich nach dem Ablegen glitten die Köder ins Wasser und Herbert zeigte mir stolz die neueste Generation der ASO-Ghostsideplaner. Wir zogen unsere Schlepprunden und tauschten regelmäßig die Köder. Herbert setzte tendenziell auf große Gummis. Meine waren eine Nummer kleiner, getreu dem Motto „Überhaupt erst einmal etwas fangen“.

    Genüsslich schleppen: Dank E-Motor brauchen Herbert und Mathias nicht zu rudern. Bild: M. Fuhrmann

    Die ersten zwei Stunden passierte in allen Booten nichts, nur die Temperatur stieg und stieg, in der Sonne auf weit über 30 Grad Celsius. Zum Glück kühlte der Wind und der E-Motor schonte unsere Kräfte.

    Am Südufer hatten einige Karpfenangler ihr Camp aufgeschlagen. Auch in der Flachwasserzone im Westteil des Sees beobachteten wir zahlreiche Karpfen und Schleien, von denen am See auch regelmäßig kapitale Fänge zu erzielen sind.

    „Einen Biss könnten wir aber wirklich langsam mal bekommen“, sagte ich zu Herbert. „Das paascht scho, wollen wir um das Abendbrot wetten, dass wir in der nächsten halben Stunde einen bekommen?“ Na gut, wenn es sein muss, dann eben ein Abendbrot. Ich schlug ein, und die Wette galt.

    Herbert wechselte den Köder und montierte eine Laube auf das System und schickte sie am Planer auf die Reise. Diese zog nun an der Kante entlang ihre Bahnen und prompt gab es einen Abnehmer. Ein 50er-Hechtjüngling wollte ebenfalls zu Abend essen, und Herbert hatte das Schnitzel von mir in der Tasche. Gut, immerhin nicht mehr Schneider…

    Die Erwartungen wurden dadurch allerdings etwas höher geschraubt. Wir legten aber erst einmal eine Pause in einer Wirtschaft ein, um später in den kühleren Abendstunden zu fischen.

    Abends hatte Peter kurz nach dem Auslegen auch schon einen guten Fisch im Drill. Wir waren schon auf dem Weg zu ihm, als es hieß „Ausgestiegen“. Schade, denn es war nach seiner Aussage ein größerer Fisch, der sich in Film und Bild wohl gut gemacht hätte.

    Ohne Beute sollten wir aber nicht vom See kommen, denn Guide Florian hatte noch einen 80er-Hecht auf den Megalodon. Das ist ein XXXL-Gummifisch von über 40 Zentimetern, montiert auf dem A.S.O.-G-System, mit dem wir schon sehr oft erfolgreich waren. Um 22 Uhr machten wir Schluss und fielen nach dem anstrengenden Tag in die Betten.

    2. Tag

    100 Zentimeter: Marc Kächle mit schönem Fuschlsee-Esox. Bild: M. Fuhrmann

    Um kurz nach vier Uhr in der Früh war die Nacht vorbei. Ein heißer Tag mit Temperaturen von 33 Grad Celsius war angesagt. Da wir noch nicht viel gefangen hatten, wollten wir die frühen Morgenstunden nutzen. Mit drei Booten sollte diesmal auf Hecht geschleppt werden. Marc meldete den ers ten Fisch von etwa 75 Zentimetern auf 30-Zentimeter-Castaic, kurz darauf einen 103-Zentimeter-Hecht auf Megaladon. Herbert und ich stellten draufhin erneut unsere Köder um, erhielten aber keinen Biss. Also drehten wir weiter unsere Runden, insbesondere im Bereich, in dem der Meterhecht gefangen wurde. Trotz häufigem Köderwechsel wollte und wollte sich aber kein Erfolg einstellen. Da ich noch eine Verabredung zum Renkenfischen mit Werner Öllinger hatte, setzte ich mich ab und ließ ich die anderen allein ihre wenig erfolgreichen Schleppbahnen ziehen.

    Mit Werners rustikalem Holzboot ging es auf den See zu seinem Lieblingsplatz, der vor der Ortschaft Fuschl am See liegt. Wir angelten beide mit je einer

    >>Am leichten Gerät sorgten sie für ordentliche Drills.<<

    Schwimmerrute und einer Hebeangel. Als Schwimmer kamen speziell von Werner entwickelte und patentierte Modelle zum Einsatz. Die „Renkenfinder“, wie er sie nennt, haben die Eigenschaft, dass sie die Hegene über dem Grund präsentieren, ohne dass man vorher die Tiefe ausloten muss. Wichtig ist es, monofile Schnur zu verwenden und diese durch einen Probewurf zu befeuchten.

    Beim Wurf gleitet die Schnur so lange durch das Carbonröhrchen, bis der Grund erreicht ist und der Schwimmer dann durch die Reibung abgebremst wird. So kann man den Bereich effektiv absuchen, ohne jedes Mal den Stopper zu verändern. Eine wirklich clevere Erfindung.

    Leider wollte sich auch hier der Erfolg nicht einstellen. „Lass es uns noch einmal am Abend versuchen, da ist die beste Zeit“, sagte Werner. Weil wir noch nicht gefrühstückt hatten, trafen wir uns um 9 Uhr erst einmal im Hotel. Danach folgten wir der Einladung von Florian zum Räucherfischessen in der Fischerei am anderen Ende des Sees. Natürlich schleppten wir die Strecke bis dorthin. Aber wieder wollte sich kein Hecht fangen lassen. Marc hatte immerhin einen Fehlbiss auf Megaladon, und bei Florian nahm ein Hecht den Mad Shad, konnte sich aber ebenfalls befreien. In der Fischerei wurden gerade die ersten Fische aus dem Rauch genommen, und so ließen wir uns das zweite Frühstück schmecken. Die Sonne brannte schon vom Himmel, und wir genossen den Schatten. Auch auf dem Rückweg blieben unsere Köder weitgehend unbeachtet, nur Florian hatte einen Fehlbiss auf den 23er Mad Shad.

    Bild: M. Fuhrmann

    Wegen der kurzen Nacht machten wir erst einmal Siesta und verabredeten uns für den Nachmittag zum nächsten Streifzug. Für mich stand wieder Renkenfischen mit Werner auf dem Programm. Anfangs lief es zäh, wir mussten bis zum ersten Biss recht lange warten. Dann endlich nahm eine kleine Renke meinen Köder, als ich in etwas tieferes Wasser geworfen hatte. „Aha, die Fische stehen tiefer“, stellte Werner fest und legte das Boot um. Wir hatten auf etwa 18 Meter Wassertiefe die Renken gefunden. Biss auf Biss sorgte jetzt für Aktion und sogar Stress im Boot.

    Neben halbstarken Exemplaren waren auch einige recht ordentliche Silberlinge bis über 40 Zentimeter dabei. Am leichten Gerät sorgten sie für ordentliche Drills. Dann kam der Anruf, dass Marc und Thomas einen Großhecht gelandet hatten. Herbert kam längsseits, um mich abzuholen. Stolz hielt Marc den Meterhecht in den traumhaften Sonnenuntergang. Wir drehten unsere Schleifen, bis es dunkel wurde, doch weitere Räuber waren nicht in Beißlaune.

    Kurz & knapp

    Fangaussichten: Am Fuschlsee sind vielseitige und häufig auch kapitale Fänge möglich. Von strammen Hechten über dicke Karpfen bis zu leckeren Renken gibt es hier viel zu erleben.

    Schwierigkeitsgrad: Der Schwierigkeitsgrad ist als leicht bis mittel einzustufen, aber Glück gehört natürlich immer dazu.

    Naturerlebnis: Überschaubarer und nicht überlaufener See mit mäßig starkem Badebetrieb und relativ wenigen Segelbooten. Bewaldete Ufer und Berge sorgen für ein schönes Panorama.

    Empfohlene Methode für einen Kurzbesuch: Karpfenansitz oder Bootsangeln auf Raubfisch. Beim Renkenfischen unbedingt den „Renkenfinder“ von Werner probieren.

    Gewässer-Check

    Mindestmaße (cm)/Schonzeiten: Hecht 50/1.12.-30.4., Schleie 30/1.6.-31.7. und 1.12.-31.3., Karpfen 30/1.12.-31.3., Aalrutte 35/1.12.-31.3., Seeforelle 50/16.9.-31.3., Seesaibling 26/16.9.-31.3., Maräne (Renke) 38-41 fangbar, 41-45 zurücksetzen, ab 45 wieder fangbar/1.10.-31.3.

    Lizenzen: Nachtkarte (21-5 Uhr) 16 €, Tageskarte (5-21 Uhr) 18 €, 3-Tageskarte 47 €, Wochenkarte 63 €, 2-Wochenkarte 95 €, Monatskarte 155 €, Jahreskarte (1.4.-30.11.) 400 €. Fischereiumlage für Gastangler: 1-Tag: 5 €, 1-Woche: 10 €, 2-Wochen: 18 €.

    Bestimmungen: Angelsaison 1.4.-30.11.. Fanglimit: Sieben Salmoniden, davon zwei Maränen. Maximal eine Seeforelle pro Tag. Es darf mit zwei Ruten gefischt werden. Pro Rute darf eine Hegene maximal fünf Haken haben. Am Westufer ist das Uferfischen verboten. Weitere Verbote: lebender Köderfisch, Echolot, Setzkescher, ab 1.10. jeden Jahres Nymphenfischen.

    Leihboote und Lizenzen: Ruderboot 11 €, Elektroboot 18 € pro Tag beim Seehotel Schlick, siehe Unterkunft oder bei Fischerei Schloß Fuschl, Schloßstr. 19, 5322 Hof bei Salzburg,
    Tel. +43 0 6229/2253-1533, www. schlossfuschlsalzburg.com

    Informationen: Fischereimeister Gerhard Langmaier, Mail: schlossfuschlfischerei@luxurycollection.com, Tel. +43 664 3839544. „Renkenfinder“ von Werner Öllinger: www.renkenfinder.at. Weitere Informationen zum Fuschlsee findet man unter www.angelprofi.at/fuschlsee.htm

    Unterkunft: Seehotel Schlick, Seestraße 12, A-5330 Fuschl am See, Tel. +43 0 622/68237, www.seehotelschlick.at oder unter www.fuschl.salzkammergut.at

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