Stromproduzierende Fischwanderhilfe

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Bild: Hydro-Connect
Das Schaukraftwerk Neubruck ist mit der neuen Fischwanderhilfe und gleichzeitiger Wasserkraftnutzung ausgerüstet. Bild: Hydro-Connect

Die „Drehrohr-Doppel-Wasserkraftschnecke mit integriertem Fisch-Lift“ gibt es wirklich! Die österreichische Firma Hydro-Connect hat die Lösung für fischfreundliche Wasserkraft gefunden.

Eine Wasserkraftschnecke im Schnitt, zur Veranschaulichung der Funktionsweise. Bild: Hydro-Connect

Hydro-Connect hat den weltweit ersten Fisch-Lift entwickelt, der die Fisch-Durchgängigkeit bei Wasserkraftwerken ermöglicht und noch dazu Energie erzeugt. Die „spaltfreie Drehrohr-Doppel-Wasserkraft-Schnecke“ ermöglicht die Auf- und Abwärtswanderung von Fischen und Kleinstlebewesen an Staustufen bei gleichzeitiger Stromerzeugung.

Der Transport der Fische erfolgt über zwei ineinander liegende Schnecken, die mittels gegenläufiger Windung Fische sowohl nach flussaufwärts als auch flussabwärts befördern. Durch die spaltfreie Ausführung gewährleistet das System neben dem verletzungsfreien Fischaufstieg und Fischabstieg auch höchste Effizienz bei der Stromerzeugung.

Großes Potential

Kraftwerk Retznei: Auch größere Stauwehre wurden bereits mit der neuen Technik ausgestattet. Bild: Hydro-Connect

Die EU hat mit der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) 2000/60/EG beschlossen, dass bis 2027 alle europäischen Flüsse für Fische durchgängig gemacht werden müssen. Als gesetzliche Vorgabe besteht der Bau von Fischaufstiegshilfen schon länger. Jedoch sind die meisten verwendeten Systeme nur in eine Richtung fischdurchgängig. Hydro-Connect erfüllt mit der bidirektionalen Fischwanderhilfe die Forderung nach einer ökologisch vertretbaren Wasserkraftnutzung. In der Europäischen Union gibt es derzeit rund 60.000 Wasserkraftwerke, die mit dem Hydro-Connect Fischlift ausgestattet werden könnten.

Verletzungsfreie Fischwanderung

Das Innenleben der Wasserkraftschnecke. Bild: Hydro-Connect

Untersuchungen des Instituts für Hydrobiologie und Gewässer-Management der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) belegen die gefahrlose Passage im Fischlift. Durch die spaltfreie Trommelausführung der Wasserkraftschnecke gibt es keinerlei Wasserverlust. Erstmalig wird das Restwasser zu 100 Prozent energetisch genutzt. Die kompakte Bauform ermöglicht den Einbau der Anlage auch an bestehenden Kraftwerken und bei engen Platzverhältnissen.

Eine äußere, ummantelte Triebwasserschnecke beinhaltet eine innere, gegenläufig gewundene Fischförderschnecke, die nach dem archimedischen Prinzip Wasser in den Oberlauf befördert. Alle Komponenten der Trommel sind miteinander verschweißt, gelagert ist die Anlage mittels Riemenlagerung am Außenmantel.

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Durch die Erzeugung einer Lockströmung werden die Fische zum jeweiligen Einstieg geleitet und schonend nach oben beziehungsweise nach unten transportiert. Das schützt nicht nur die Umwelt sondern der jeweilige Betreiber ist damit im Besitz einer hochwirksamen Wasserkraft-Anlage.

Info: Hydroconnect GmbH, Schwarzenberg 82, A-3341 Ybbsitz, www.hydroconnect.at

-pm-

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