Stork-Rolle von Esbe

717
Zwei Rollen aus der Sammlung Peter Prokop, gebaut von Esbe in Berlin. Rechts die unventilierte Variante ohne Bohrungen in der Rückwand. Bilder: P. Prokop

Kürzlich habe ich eine eigentümlich Stork-Rolle aus Aluminium mit Messingkreuz auf der Rückseite hier im Blog vorgestellt.

Meine Rolle ist mit einem Storch gemarkt, sieht aber von der Bauweise so gar nicht nach Firma Stork aus München aus. Auf den Blog-Beitrag hat sich Peter Prokop per Mail bei mir gemeldet: „Hallo Thomas, hier die versprochenen Infos zu Deiner Alu-Rolle mit der Stork-Punze. In Kopien eines ESBE Kataloges von 1929 ist diese Rolle im Angebot. Ich selber habe zwei Rollen mit diesem markanten Messingkreuz auf der Spulenrückwand. Im Durchmesser sind sie beide gleich. Die mit der mehrfach gelochten Spule ist feiner gearbeitet und dadurch auch leichter. Mit besten Grüßen, Peter“

Offenbar wurde diese Rolle von Esbe (Ernst Schmidt, Berlin) hergestellt und dann auch von Stork im süddeutschen Raum vertrieben. Und wie man damals so gemacht hat, hat Stork diese Rolle einfach als eigenes Modell ausgeben und das Markenzeichen draufgepappt.

Weitere Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Die Vorderseiten der beiden Esbe-Rollen.
Eindeutig: Genau dieses Rollenmodell im Esbe-Katalog von 1929.
Esbe warb eindeutig mit eigener Fabrikation in Berlin. Es gab kein Ladenlokal, die Geräte wurden anscheinend vor allem an den Fachhandel und andere "Hersteller" vertrieben. Aus "Der Deutsche Sportangler", Januar 1936.
Auf dieser Esbe-Rolle prangt eindeutig der Storch von Stork. Die Münchner haben die Berliner Rolle offenbar als eigenes Fabrikat vertrieben.

Anmerkung vom 20. April 2020:

Peter Andres schickte noch eine weitere Anzeige von Esbe in Berlin:

Anzeige von Ernst Schmidt (Esbe) in Berlin. Aus: Der Deutsche Sportangler, März 1936.
Abo Fisch&Fang