Norwegen: Seafood-Exporte über 10 Milliarden Euro

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Bild: NSC

2019 wurden aus Norwegen insgesamt 2,7 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte mit einem Gesamtwert von umgerechnet 10,6 Milliarden Euro exportiert.

Das bedeutet einen Wertanstieg von 8 % (820 Millionen Euro) im Vergleich zum Rekordjahr 2018. Die Menge entspricht 36 Millionen täglichen Fischmahlzeiten für ein ganzes Jahr oder auch 25.000 Mahlzeiten pro Minute.

Das Verhältnis zwischen Aquakultur und Fischerei hat sich im Vergleich zum letzten Jahr kaum verändert. Die Aquakultur macht dabei 71 Prozent des Gesamtwertes und volumenmäßig 44,6 Prozent aus. Im Jahr 2019 exportierte Norwegen 1,2 Millionen Tonnen Fisch aus Aquakultur im Wert von 7,5 Milliarden Euro.

Norwegisches Seafood 2019 in Deutschland

Lachs ist in Deutschland nach wie vor der beliebteste Speisefisch. Dies lässt sich auch aus den Exportvolumen herauslesen: Die Gesamtzahl der Exporte nach Deutschland von gefrorenem und frischem Lachs als ganzer Fisch stieg 2019 auf 37.547 Tonnen an, 2% Prozent mehr als noch im Vorjahr (2018: 36.797 Tonnen). Auch der Exportwert erhöhte sich dadurch auf 277 Millionen Euro (+ 1%).

„Auch außergewöhnlichere Sorten finden in Deutschland immer mehr Abnehmer. Ein positiver Trend ist auch beim Export von Königskrabben aus Norwegen nach Deutschland zu finden, welche bisher eher ein Nischenprodukt sind“,  erklärt Gitte Hannemann Mollan, Country Manager Deutschland und Polen beim Norwegian Seafood Council. Hier war ein deutlicher Anstieg von 44 Tonnen im Vorjahr auf 74 Tonnen im Jahr 2019 zu erkennen. Das Exportvolumen hat sich seit 2017 sogar mehr als verdoppelt.

Die bedeutendsten Arten für Norwegen

  • Lachs

Exportvolumen 2019: 1,1 Millionen Tonnen, + 6%. Exportwert 2019: 7,1 Milliarden Euro, + 7%.

Der Lachs ist sowohl mengen- als auch wertmäßig bei weitem die größte Kategorie. „Die Schwächung der norwegischen Krone und die gestiegene Nachfrage nach norwegischem Lachs sind die beiden Hauptgründe für den Wertzuwachs 2019″, so Paul T. Aandahl, Seafood-Analyst beim Norwegian Seafood Council.

  • Forelle

Exportvolumen 2019: 59.600 Tonnen, + 29%. Exportwert 2019: 365 Millionen Euro, + 24%.

Die Forelle ist die zweitstärkste Fischart aus dem Jahr 2019. „Im Allgemeinen sehen wir, dass die Preise für Forellen dem Trend der Lachspreise folgen. Deshalb ist der Preis für Forellen trotz eines relativ großen Wachstums des Exportvolumens fast auf dem Niveau von 2018 geblieben“, so Aandahl.

  • Kabeljau

Exportvolumen 2019: 181.000 Tonnen, –8%. Exportwert 2019: 996 Millionen Euro, + 7%.

Kabeljau ist für den Fischereisektor wertmäßig die stärkste Art. „Der Rückgang der Exportmengen für Kabeljau ist auf die reduzierten Fangquoten seit dem Spitzenjahr 2013 zurückzuführen. Ein wesentlicher Grund für den Wertzuwachs ist daher der deutliche Preisanstieg bei allen wichtigen Kabeljauprodukten. Verantwortlich für den Preisanstieg ist der Rückgang des Volumens, der durch eine schwache norwegische Krone und eine steigende Nachfrage unterstützt wird“, sagt Ingrid K. Pettersen, Seafood-Analytikerin beim Norwegian Seafood Council.

  • Markrele

Exportvolumen 2019: 238.000 Tonnen, –7%. Exportwert 2019: 424 Millionen Euro, + 12%.

„Der Wertzuwachs ist hauptsächlich auf einen Anstieg des Preises für in ausländischer Währung gekaufte Makrelen, zusätzlich zu einer Abschwächung der norwegischen Krone, zurückzuführen. Die Erwartung einer geringeren verfügbaren Menge im Jahr 2019 hat wahrscheinlich auch zu einem Anstieg des Makrelenpreises beigetragen“, so Frank Isaksen, Seafood-Analyst beim Norwegian Seafood Council. „Gerade Japan ist ein wichtiger Markt für norwegische Makrelenexporte. Gemessen in japanischen Yen ist der Preis ab 2018 leicht gestiegen und hat zusammen mit der relativ starken Abwertung der norwegischen Krone zu einem soliden Preisanstieg geführt, wenn man die Werte auf NOK umgerechnet vergleicht“, so Isaksen.

  • Hering

Exportvolumen 2019: 349.000 Tonnen, + 20%. Exportwert 2019: 315 Millionen Euro, + 21%.

  • Seelachs

Exportvolumen 2019: 116.000 Tonnen, + 9%. Exportwert 2019: 246 Millionen Euro, + 18%.

  • Schellfisch

Exportvolumen 2019: 60.100 Tonnen, –2%. Exportwert 2019: 18 Millionen Euro, + 5%.

  • Garnelen

Exportvolumen 2019: 16.100 Tonnen, + 50%. Exportwert 2019: 108 Millionen Euro, + 31%.

  • Königskrabbe

Exportvolumen 2019: 2.000 Tonnen, + 3%. Exportwert 2019: 63 Millionen Euro, + 11%.

Verarbeitete Produkte

  • Klippfisch

Exportvolumen 2019: 91.800 Tonnen, ±0%. Exportwert 2019: 473 Millionen Euro, +12%.

  • Gesalzener Fisch

Exportvolumen 2019: 23.400 Tonnen, –19%. Exportwert 2019: 128 Millionen Euro, –10%.

  • Stockfisch

Exportvolumen 2019: 5.600 Tonnen, –24%. Exportwert 2019: 81 Millionen Euro, + 9%.

Die größten Märkte für norwegische Fische und Meeresfrüchte

Die norwegische Seafood-Industrie exportierte 2019 insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Fische und Meeresfrüchte in die EU, in einem Wert von 6,7 Milliarden Euro. (Volumens + 7%, Wert: +4%) Währenddessen wurden 2019 506.000 Tonnen Seafood im Wert von 2,1 Milliarden Euro nach Asien exportiert. (Volumen: + 6%, Wert: + 21%)

Nach Osteuropa belief sich das Exportvolumen auf 168.000 Tonnen, während der Exportwert zum Jahresabschluss 424 Millionen Euro ergab. Dies entspricht einem Rückgang von 2 Prozent, aber einer Wertsteigerung von 66,7 Millionen Euro (+19%). Polen bleibt unser größter Markt, was den Exportwertbetrifft. 230.000 Tonnen Seafood wurden dorthin exportiert im Wert von insgesamt 1,05 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 gab es einen Anstieg von 1 Prozent des Volumens und einen Anstieg um 40 Millionen Euro oder 4 Prozent des Wertes. Dänemark ist heute der zweitgrößte Markt für norwegischen Fisch und Meeresfrüchte, gemessen am Exportwert. Norwegen exportierte im Jahr 2019 Seafood im Gesamtwert von 907 Millionen Euro nach Dänemark (+ 8%). Der größte Wachstumsmarkt neben Polen war im Jahr 2019 China, welcher den Exportwert um ganze 148 Millionen Euro (+ 40 %) steigern und das Jahr mit einem Gesamtexportwert von 513 Millionen Euro beenden konnte. Damit ist China 2019 der siebtwichtigste Absatzmarkt. Der Wert der Nachhaltigkeit –Exportwerte könnten bis 2030 potenziell verdoppelt werden.

„Insbesondere in der jüngeren Bevölkerung sehen wir einen zunehmenden Trend, bei dem die Themen Klima, Umwelt und Gesundheit an Bedeutung gewinnen. Folglich gibt es auf den meisten Märkten eine zunehmende Bereitschaft, mehr für nachhaltige Lebensmittel zu zahlen“, so Renate Larsen, CEO des Norwegischen Seafood-Rates. „Unsere Forschung und Seafood-Studien zeigen, dass Verbraucher auf der ganzen Welt Fisch und Meeresfrüchte aus Norwegen bereits als sicher, nachhaltig und von hoher Qualität wahrnehmen. Wenn es uns gelingt, norwegisches Seafood als die nachhaltigste Option zu positionieren, kann sich nach unseren Berechnungen der Exportwert im nächsten Jahrzehnt potenziell verdoppeln und sogar 20 Milliarden Euro erreichen“; folgert Renate Larsen, CEO des Norwegian Seafood Council.

-pm-

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