Mecklenburg-Vorpommern: Die Mecklenburgische Seenplatte

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Mecklenburg-Vorpommern: Die Mecklenburgische Seenplatte

Angeln wie Tom Sawyer

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  • Angeln in den Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte macht immer Spaß. Das Nonplusultra für Alexander Thiessen jedoch ist es, die fischreichen Gründe vom nostalgischen Floß aus zu erkunden.

  • Seit vielen Jahren schon zieht es mich immer wieder nach Mecklenburg-Vorpommern. Fantastische Gewässer mit breiten Schilfgürteln, markanten Unterwasserstrukturen sowie vielen zum Teil kapitalen Fischen garantieren nicht nur schöne, sondern außerdem erfolgreiche Angeltage. Seit drei Jahren allerdings fahre ich noch lieber als sowieso schon dort hin. Der Grund ist ein nostalgisches Floß, das damals direkt an meinem Angelplatz vorbeifuhr: „Tom Sawyer Tours“. Ein Traum war geboren! Im Internet wurde ich fündig, fand die Adresse, wo diese Flöße, die idealen Angel-Plattformen, zu mieten sind: in Diemitz und in Neustrelitz, in der Wesenberger Seenplatte, mitten im Herzen meiner bevorzugten Angelreviere.

    Mit einer Breite von 2,70, einer Länge von 5,50 Metern sowie einer Holzkajüte mit Schlafplätzen für bis zu vier Personen sind die Floße sogar noch führerscheinfrei. Obwohl lediglich mit Sechs-PS-Motoren versehen, sind sie dennoch recht wendig und gleiten mit sechs bis acht Kilometern pro Stunde durch die traumhafte Seenlandschaft. Auch wenn sie des Öfteren von modernen Jachten überholt werden, ist der Anblick des Tom-Sawyer-Floßes der Hingucker schlechthin.

     

    Alexander Thiessen (re.) und Andreas Küster mit Karpfen in Gewichten von mehr als 30 Pfund.

    Schnell war ein Angelurlaub für den Spätsommer geplant. Auch mein Angelfreund Andreas Küster war Feuer und Flamme, und wir konnten es gar nicht erwarten, „in See“ zu stechen. Ich suchte alle Tiefenkarten und Informationen, die ich im Laufe der Zeit gesammelt hatte, zusammen, und schon stand die Reiseroute. Für die Wesenberger Seenplatte besorgte ich die Angellizenzen bei der Seenfischerei „Ober Havel“ e.G. Wesenberg, die Gastkarten zum Fischen in den südlich der Müritz gelegenen Seen erhielt ich bei der Müritz-Plau GmbH. Generell ist zu sagen, dass alle Seen reich an Raub- und Friedfischen sind. Mithilfe von Tiefenkarten lassen sich schnell die klassischen Fangplätze wie Scharkanten, Barschberge sowie Plateaus ausfindig machen. Von großem Vorteil, um die besten Stellen exakt lokalisieren zu können, ist ein Echolot.Während unseres Urlaubs haben wir ein Dutzend Seen befischt und etwa 100 Wasserkilometer zurückgelegt. Von Diemitz aus schipperten wir über den Labussee, den Canowersee, den Pälitzsee, den Ellbogensee, den Großen Priepertsee, den Wangnitzsee sowie über den Drewensee bis nach Wesenberg und von dort wieder zurück. Dann unternahmen wir noch eine Tour Richtung Norden über den Vilzsee, den Mössensee, den Zotzensee sowie über Mirow zum Sumpfsee. Mit der Angelplattform ließen sich alle Erfolg versprechenden Stellen wunderbar anfahren und befischen. Genauso bequem, wie von Land aus. Wir fühlten uns wie die Könige.

    Tagsüber fischten wir die Scharkanten und Barschberge mit Kunstködern auf Raubfische ab. Mehrere schöne Barsche und prächtige Hechte konnten wir so überlisten. Abends suchten wir dann zumeist geschützte und ruhige Buchten auf, um entweder den Tag gemütlich ausklingen zu lassen oder um noch den kapitalen Karpfen der Seen nachzustellen. Beim Karpfenangeln orientierten wir uns an Seerosenfeldern und Tiefenstrukturen wie Scharkanten, wo erfahrungsgemäß reichlich Dreikantmuscheln anzutreffen sind. Etwas Mais und ein paar Boilies brachten die Moosrücken meist schnell in Fresslaune. Außer mehreren „Halbstarken“ konnten wir Fische mit Gewichten von über 30 Pfund überlisten. Fantastisch die Vogelwelt: Seeadler und Eisvögel zum Beispiel sahen wir fast täglich. Aber auch das Leben unter dem Floß war hochinteressant. Herrliche Flossenträger ohne Ende.

    Wer in der Mecklenburgischen Seenplatte den Hechten nachstellt, wird nicht lange ohne Biss bleiben.

    Die über Tag gefangenen Raubfische haben wir filetiert und sofort auf dem Gaskocher an Bord zubereitet. Was für ein Essen! Es war jedes Mal ein Gaumenschmaus. Etwas Besseres als frischen Fisch gibt es nun mal nicht. Abends im Schein der Petroleumlampe und einer Fackel fühlten wir uns um Jahrzehnte zurückversetzt: Angeln und Leben wie Tom Sawyer!

    Gewässer-Check: Die Mecklenburgische Seenplatte

     

    Lizenzen: Angelscheine sind bei der Seenfischerei „Ober Havel“ e.G. Wesenberg, Tel. 039832/ 20268, Internet: www.fischerei-wesenberg.de, bei der Fischerei-Müritz Plau GmbH, Tel. 03991/15340, Internet: www.mueritzfischer.de sowie in diversen Angelgeschäften der Region erhältlich.

     

    Flöße: Es gibt zwei Floßstationen: eine in Diemitz, südlich von Mirow, sowie
    den Hauptstandort in Neustrelitz, Wesenberger Straße 97, Tel. 03981489802, Internet: www.tomsawyer-tours.de Internet zum Erwerb der Doppelrumpfflöße: www.tomsawyer-boats.de

     

    Preise: Die Charterpreise variieren, sind zu erfragen. Gleiches gilt für die Angelkarten. Der Wochenpreis liegt zwischen 25 und 40 Euro.

     

    Fischarten: Hecht, Zander, Barsch, Aal, Wels, Karpfen, Schleie sowie zahlreiche Weißfische.

     

    Bestimmungen: An Gewässern der Wesenberg Fischerei sind zwei, an denen der Müritz-Plau GmbH drei Ruten zulässig. Nachtangeln ist erlaubt, Schleppfischen mit Aufpreis möglich.

     

    Lage: In Mecklenburg-Vorpommern. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt eines Floßurlaubs erfolgt von Westen über die A24. Dann weiter die A19 Richtung Rostock. An der Abfahrt Röbel auf die B198 nach Neustrelitz. In Mirow die Abfahrt Richtung Diemitz. Von Süden über den Berliner Ring auf die A24 Richtung Hamburg. Dann die A19 Richtung Rostock und weiter wie beschrieben.

     

    Sonstiges: Weitere Informationen erhalten Sie beim Tourismusverband „Mecklenburgische Seenplatte“ e.V., Turnplatz 2, 17207 Röbel, E-Mail: info@mecklenburgischeseenplatte.de, Internet: www.mecklenburgische-seenplatte.de

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