Karpfen bei Kälte

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Karpfen bei Kälte

23.03.2016 16:38 von Der Timgu

Winterkarpfen

Ein an Heiligabend gefangener Spiegler. In diesem Fall eine vorgezogene Bescherung.

Karpfen bei Kälte

 

Mit dem Anfang des Winters fing in der Vergangenheit für mich die Zeit des Raubfischangelns an und mein Karpfentackle verschwand bis zum Frühjahr im Keller. In den letzten zwei Jahren änderte sich das jedoch, 2014 konnte ich das ganze Jahr über Karpfen fangen und auch 2015 habe ich selbst an Heiligabend noch einen Karpfen „verhaften“ können.

 

Sicherlich haben auch die milden Winter die wir zuletzt hatten, ihren Beitrag dazu geleistet das die Saison sich verlängert hat. Dennoch ist es generell möglich auch bei niedrigsten Temperaturen den Karpfen nachzustellen. Wie ich dann vorgehe und welche Gewässer sich für das Angeln im Winter anbieten, möchte ich euch in diesem Blogbeitrag nahebringen.

 

 

 

Bevor es losgehen kann, müssen wir uns erstmal Gedanken über die richtige Gewässerwahl machen. Es ist gerade im Winter schwierig bis unmöglich, die Fische auf die Fangplätze zu locken, selbst vorheriges anfüttern an Stellen an denen keine Fische stehen bringt uns im Gegensatz zum Sommer in dem die Fische umherziehen und früher oder später auf unser Futter aufmerksam werden leider nicht den gewünschten Erfolg. Die Karpfen halten sich jetzt nämlich auf ihren Winterplätzen auf und haben die aktive Nahrungssuche eingestellt. Was heißt das für mich als Angler? Wir sind jetzt in der unbequemen Situation die Fische finden zu müssen um an den gewünschten Erfolg zu gelangen. Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Das heißt nicht das die Karpfen jetzt gar keine Nahrung mehr aufnehmen. Jedoch ist der Aufwand den sie dafür betreiben viel viel geringer und durch den reduzierten Stoffwechsel der einher geht mit den niedrigen Wassertemperaturen ist auch der Bedarf an Nahrung wesentlich geringer als im Sommer.

 

Jetzt wo die Fische nicht wie gewohnt auf unseren Futterplatz kommen, müssen wir also zu den Fischen kommen. Daher mein Tipp: Nutzt für die Winterangelei ein euch bekanntes Gewässer mit einer max. Größe von 10 Hektar. Gut geeignet sind kleinere Baggerseen, da diese meist über eine reiche Struktur sowie eine Gewässertiefe verfügen die unterhalb der Sprungschicht für eine konstante Temperatur sorgt. Außerdem lassen sich an kleineren und bekannten Gewässern die Karpfen viel leichter ausfindig machen, hier habt ihr die Möglichkeit eure Erkenntnisse aus dem Sommermonaten mit einfließen zu lassen. Die Tiefe in der geangelt wirkt ist sehr variabel ich habe auch im Winter schon auf 1 m Wassertiefe gefangen, wenn die Sonne die Flachzonen erwärmt hat. In der Regel findet man die Fische eher in den tieferen Bereichen des Sees. Die meisten Winterkarpfen habe ich bei einer max. Gewässertiefe von 14-18m auf 8-9m fangen können.

 

Ebenfalls interessant für das Karpfenangeln im Winter sind Flüsse, durch die ständige Wasserstands Veränderung sowie die Strömung sind die Fische ständig in dem zwang sich bewegen zu müssen. Bewegung verbraucht bekanntermaßen Energie so das „Flusskarpfen“ auch im Winter gut fangbar sind. Unterbrechungen in der Strömung durch Hindernisse oder Buhnen sind willkommene Abwechslungen in der sonst tristen Flussstruktur, die von den Karpfen gerne angenommen werden. Außenkurven mit tiefen Bereichen sind ebenfalls top Stellen von Warmwassereinläufen ganz zu schweigen. Bei Letzteren hat uns die Erfahrung gezeigt das nicht direkt im Warmwassereinlauf geangelt werden sollte, sondern vielmehr weiter Flussabwärts in den Ausläufern des warmen Wassers. Ihr merkt so leicht ist es mit den Winterkarpfen nicht. Hat man jedoch einmal ein passendes Gewässer für sich ausmachen können, kann es endlich losgehen.

 

Die nächste Frage die sich stellt ist die Frage des Fütterns.

 

Hier von mir ein ganz klares Ja. Besteht die Möglichkeit zu füttern sollte man unbedingt durch einbringen von Boilies, Pellets etc. versuchen die Fische bei Laune zu halten. Hierbei ist darauf zu achten nur geringe Mengen einzubringen da wie oben schon erwähnt der Futterbedarf mit dem im Sommer nicht zu vergleichen ist. Gerne verwende ich Pellets oder Boilies die sich nach einiger Zeit auflösen, um evtl. nicht gefressenes Futter den Weißfischen überlassen zu können.

 

Gerade jetzt sollte hochwertiges Futter verwendet werden um eine maximale Attraktivität zu gewährleisten. Bei der Ködergröße wähle ich Boilies oder Pellets in 14mm um die Größe des Futterplatzes trotz der geringen Menge Futters hoch zu halten. Auch die nun im Gewässer vorkommende natürliche Nahrung Spiegelt sich in dieser Ködergröße wieder.

 

Es sollte grundsätzlich an mehreren Plätzen gefüttert sowie geangelt werden, erst wenn die Fische ausfindig gemacht wurden, lege ich an diesem Platz eine zweite Rute aus um die Fangchancen zu erhöhen.

 

Alles etwas feiner!!!

 

Auch das Endtackle soll seine Beachtung im Winter bekommen. Ich fische jetzt natürlich passend zu den Ködern und dem verhalten der Fische etwas filigraner. Das heißt die Haken sind etwas kleiner und die Vorfachstärke geringer. Auf geflochtene Schnüre verzichte ich bei Kälte komplett und fische die monofilen Hauptschnüre am liebsten Slack Line (mit durchhängender Schnur) um eine geringe scheuch Wirkung zu haben. Das ist soweit auch schon das wichtigste das ihr für die winterliche Karpfenangelei wissen müsst.

 

Der letzte und vielleicht wichtigste Tipp den ich euch geben möchte ist:

 

Geduldig sein, und zwar mehr als den je.

 

Gerade im Winter wirkt das Angeln manchmal mehr als sinnlos alle visuellen Reize wie rollende Karpfen oder Kleinfische an der Oberfläche sind weg. Der See oder Fluss wirkt wie tot. Lässt euch von diesen Gegebenheiten nicht abschrecken und habt Vertrauen in das was ihr macht.

 

In diesem Sinne

 

Viel Erfolg und Petri Heil

 

Euer Timgu

 

 

 

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