Geheimnisvolle Fischlockmittel

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Uralte Lockstoff-Flasche aus einer Angeltasche um 1910. Die Flasche war die hundert Jahre regelrecht mit dem schwarzen Futter der Tasche verwachsen.

Beim Stöbern in uralten Angelkisten stößt man als Sammler auch immer auf geheimnisvolle Behältnisse mit Fischlockmitteln.

Wäre ich Chemiker, hätte ich die Inhaltsstoffe schon längst einmal analysiert. Besonders mysteriös ist eine Glasflasche mit Korkstopfen, in der sich zwei Flüssigkeiten über hundert Jahre voneinander separiert haben. Das Etikett ist nicht mehr leserlich. Aber sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen Angellockstoff, wie „Zigeuner Tibetin“ oder „Moschuin“, die am Anfang des letzten Jahrhunderts häufig verkauft wurden. Zusätz wie Bibergeil, Reiheröl, Perubalsam, Lorbeeröl, Kampfer, Maikäferöl oder Leibstöckel waren sehr beliebt.

Sehr interessant sind auch die Alesch-Locktabletten, die von der Karpfenangler-Legende Alfred Esch (Al-Esch) entwickelt wurden.

Wer hat ebenfalls Fischlockmittel in der Sammlung? Fotos bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Linkliste:

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Köder-Geheimnisse…

Der Inhalt der Flasche hat sich inzwischen aufgespalten - in einen dünnflüssigen und durchsichtigen Anteil, und in einer nebulöse, schlierige Masse.
Aus DAM-Katalogen der 1920er Jahre. 2 Reichsmark für die Dose Lockmittel entsprechen übrigens der heutigen Kaufkraft von ca. 8 Euro. Angelzeug war auch früher schon teuer.
Köderteig aus einer Zeit, als Radioaktivität nur positiv gesehen wurde.

Anmerkung vom 3.4.2019:

Peter Andres schrieb per Mail: „Hallo Thomas, auch in meinem Fundus befinden sich einige Fischlockmittel und die Beschreibung von Noris Fangblitz. Das Etikett auf der Fläschchen ist auf der Vorderseite nicht mehr lesbar. Die Anleitung steht auf der Rückseite. Bisher habe ich noch nicht den Mut gehabt, einen der drei Glasbehälter zu öffnen. Petri Heil Peter“

Bilder (4): Peter Andres
Abo Fisch&Fang