Frühe Köder von Noris-Shakespeare

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Die Verpackungen der ersten Noris-Shakespeare Köder sind in schönem Zustand selten zu finden. Im Hintergrund der erste gemeinsame Katalog von Noris/Shakespeare von 1963.

1962 übernahm die Firma „Christian Brink Bonn“ die traditionsreiche Angelgerätefabrik „Noris“ in Nürnberg, damals einer der bekanntesten deutschen Hersteller.

Schon 1960 war die Firma Brink von der Bonner Reuterstraße 187 nach Köln in die Nikolausstraße 99 gezogen. Der schnell wachsende Großhändler führte französische Bretton- und Mitchell-Rollen, Noris-Ruten aus Nürnberg, Plate-Produkte aus Bonn und auch schon Rollen aus Fernost. Es tauchten auch schon amerikanische Ruten und Rollen der Firma Shakespeare in den Brink-Katalogen auf. Der damalige Inhaber hatte bei einer Angelgeräte-Messe in Chicago erste Kontakte mit der Weltfirma  geknüpft. 1961 wurde die Firma „Brink-Noris“ deshalb mit dem Alleinvertrieb von Shakespeare-Produkten für Deutschland, Österreich und der Schweiz betraut – 1963 kaufte der amerikanische Angelgeräte-Gigant sogar die deutsche Traditionsfirma auf. Die neue „Noris-Shakespeare GmbH“ war jetzt eine Tochtergesellschaft der Shakespeare Company mit der Zentrale in der Berrenrather Straße 186-190 in Köln-Sülz. Die Angelgeräte-Firma Allcock in England, schon im 19. Jahrundert Partner von Brink in Bonn, wurde in dieser Zeit übrigens zu „Noris-Shakespeare Ltd.“.

In den ersten Jahren hatte Noris-Shakespeare auch zahlreiche gemarkte Kunstköder im Programm. Punzen gibt es nicht bei vielen deutschen Ködern aus dieser Zeit. Die meisten Modelle wurden von Firmen wie ESPO oder Mozzi zugeliefert. Man munkelt aber auch, dass ganz am Anfang in der Kölner Berrenratherstraße auch Köder gefertigt wurden. Die Noris-Fabrik und Zweitniederlassung in Nürnberg bestand anfangs auch noch, eventuell wurden auch dort noch Kunstköder produziert. Der Noris F-Blinker war nämlich auch noch im Noris-Shakespeare-Programm, so unter anderem auch der S-Spinner, der Heintz-Blinker, der Maus-Blinker und der Augenblinker von ESPO. Der Krautblinker scheint ebenfalls von ESPO inspiriert zu sein, das Blinkerblatt ist mit dem Blatt des S-Spinners vergleichbar. Es gibt ESPO-Köder, die nur mit „Noris-Shakespeare“ gemarkt sind, aber auch Köder, die zusätzlich noch die ESPO-Punze tragen. 1973 verschwand dann der Zusatz „Noris“ im Firmennamen von Shakespeare ganz. Eine traditionsreiche deutsche Angelgerätemarke hörte auf zu existieren. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass viele ältere Angler Shakespeare noch in den 1980er Jahren nur als „Noris“ bezeichnet haben. Hier in der Kölner Gegend war Shakespeare mit der Zentrale in der Domstadt zwischen 1965 und 1985 die mit Abstand führende Marke.

Weitere Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

"Noris" in Kleinbuchstaben, darunter "Shakespeare" in der typischen Schreibschrift, beides in einem rechteckigen Kasten, so sah das Noris-Shakespeare-Logo oder 1960er Jahre aus.
Diese drei Köder wurden wohl von ESPO hergestellt, sie tragen aber die Punze "Noris-Shakespeare". Unten der Krautblinker.
Auch der Noris-Augenblinker stammt wohl von ESPO.
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