Forellen auf Frosch-Fang

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Gefräßige Regenbogenforellen und Bachsaiblinge sind auf den Geschmack gekommen: In den USA gefährden die Feinschmecker das Überleben einer seltenen Frosch-Art.

Amerikanische Biologen führten ein Langzeit-Experiment durch: Sie fischten mit Netzen alle Salmoniden aus einigen abgelegenen Seen in der Sierra Nevada. Und siehe da, der zuvor vom Aussterben bedrohte Bestand vom „Mountain Yellow-Legged Frog“ (Rana muscosa) erholte sich sofort wieder.

Vance Vredenburg von der kalifornischen Universität Berkeley veröffentlichte diese Forschungsergebnisse in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Appetit auf Frosch-Larven

Offensichtlich fressen die von Anglern eingesetzten Regenbogenforellen und Bachsaiblinge bevorzugt die Kaulquappen dieser seltenen Amphibien-Art. Während der vierjährigen Larvenzeit fällt nahezu der komplette Frosch-Nachwuchs den räuberischen Salmoniden zum Opfer.

Intensiv-Besatz per Flugzeug

Die meisten Gebirgsseen mit einem Bestand von seltenen Fröschen stehen in den USA unter Schutz. Trotzdem werden dort jährlich Unmengen von Forellen für Angler ausgesetzt. Vredenburg kritisiert diesen Fisch-Besatz für die Freizeit-Angler: „Viele im Niedergang begriffene oder ausgestorbene Amphibienarten sind auf aquatische Habitate im Gebirge angewiesen.“

Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts werden Forellen in Seen der Sierra Nevada eingesetzt. Anfangs wurden die Jungfische noch in Milchflaschen verstaut, mühsam auf Maultieren ins Gebirge gebracht. Seit 50 Jahren werden die Besatz-Fische aber in großem Stil von Flugzeugen abgeworfen.

-tk-

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