Die Wesenitz

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Die Wesenitz
Idyllisch: Die Wesenitz bietet Fliegen- und Spinnfischern spannende Stunden. Bild: M. Fuhrmann
  • Anschrift:

    Die Wesenitz

  • Ansprechpartner:

    Fliegenfischeratelier
    Förstereistraße 4a, 01458 Ottendorf- Okrilla
    Telefon: 035205/71442
    Internet: www.fliegenfischeratelier.de

  • Von M. Fuhrmann

  • Als letzter Teil meiner Tour stand Fliegenfischen auf dem Programm. Dazu holten wir zunächst Martin Winter vom Fliegenfischerverein Elbtal in Dresden ab. Zusammen fuhren wir an die idyllische Wesenitz bei Bühlau. Der Fluss ist in diesem Bereich etwa fünf Meter breit und 40 bis 50 Zentimeter tief, mit sandigem bis kiesigem Untergrund. Dazwischen sind immer wieder einzelne große Steine und ausgespülte Kolke. Meist ist das Wasser sehr klar, bei unserem Besuch war es durch starke Regenfälle aber leicht getrübt. Der Fischbestand besteht vorwiegend aus Bachforellen und Äschen, aber auch Regenbogenforellen sind nicht selten. Der besuchte Abschnitt ist als grüne Strecke gekennzeichnet, an der sowohl Fliegenfischer als auch Spinnfischer angeln dürfen. Watstiefel muss man für ein erfolgreiches Fischen unbedingt dabei haben. Geangelt wird hauptsächlich mit 5er Rute und Nymphen oder Streamern. Trockenfliegen kommen wegen des meist fehlenden Abendsprungs nur selten zum Einsatz. Diese Informationen gab mir Martin,´während wir uns durch das dichte Unterholz schlugen.

    Mit der leichten Fliegenrute drillt Martin Winter im Sommer eine Forelle nach der anderen. Bild: M. Fuhrmann

    Kurz drauf fing er zwar eine Bachforelle nach der anderen, allerdings waren sie alle recht klein. Er meinte, dass an solchen Strecken die Drillinge von Wobblern und Spinnern bei den kleinen Forellen zu viel Schaden anrichten.

    Während ich noch darüber nachdachte, stolperte ich mit meiner kompletten Ausrüstung in einem kleinen Matschloch. Dabei schlug ich mit dem Schienbein gegen einen Steinbrocken und konnte erst mit dem Gesicht in den Brennnesseln abbremsen. Herrlich, die wunderbare Natur – vor allem, wenn man sooo nah dran ist!

    Martin präsentierte derweil geschickt seine Nymphen und erzählte viel über die Wesenitz und die Fischerei. Da er sich nicht nur hier gut auskennt, ist er für Fliegenfischer im Umkreis die erste Adresse. Man kann ihn im „Fliegenfischeratelier“ in Ottendorf-Ockrilla treffen, wo er als Verkäufer arbeitet. Als wir zurück wollten, legte ich die Kamera beiseite und schnappte mir einen Köder von Franko. Eigentlich rechnete ich gar nicht mehr mit einem Fisch und so warf ich etwas lustlos in einen tieferen Kolk, doch der Wurf verunglückte. Schnell kurbelte ich die Schnur wieder ein und warf noch einmal aus. Kurz danach spürte ich einen Schlag in der Rute, und eine stattliche Forelle sprang aus dem Wasser und schüttelte sich energisch. Das darf doch nicht wahr sein, ging es mir durch den Kopf: „Jetzt machst Du hier einen verunglückten Wurf und verlierst auch noch die größte Bachforelle deines Lebens.“

    Überrascht stellte ich fest, dass der Fisch doch noch hing, und so landete ich kurze Zeit später eine feiste 33er Bachforelle. Den Traumfisch hätte ich zwar lieber mit der Fliege gefangen. Aber leider fehlte mir bisher die Gelegenheit, das Fliegenfischen zu erlernen. Franko hakte zum Abschluss noch eine Regenbogenforelle der 30 plus Klasse, die aber leider verlorenging.

    Kurz & knapp

    Fangaussichten: Naturnaher Fluss mit ordentlichem Fischbestand, an dem alle Methoden erlaubt sind. Schwierigkeitsgrad: Watstiefel an und los geht es, kapitale Fische sind allerdings selten.

    Naturerlebnis: Natur pur und nur wenige Angler. Hier kann man erstklassig abschalten.

    Empfohlene Methode für einen Kurzbesuch: Fliegenfischen mit Nymphe und Streamer, aber auch leichtes Spinnfischen auf Forelle und Äsche. Naturköder an einigen Strecken auch möglich.

    Gewässer-Check

    Mindestmaße/Schonzeiten: Äsche 35/1.1.-15.6.; Lachs 60/1.10.-30.4.; Bachforelle 28/1.10.-30.4.; Meerforelle 60/1.10.-30.4.; Regenbogenforelle 25/1.10.-30.4.

    Lizenzen: Tageskarte 10 € und Wochenkarte 35 €, alle Ausgabestellen unter www.anglerverband-sachsen.de oder Tel. 0351/43878490 beim Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden. Die unter „Informationen“ genannten Angelgeschäfte (s. u.) haben meist auch Gastkarten. Der von uns befischte Abschnitt der Wesenitz war eine grüne Strecke (Salmonidengewässer), die mit der allgemeinen Karte beangelt werden darf. Für gelbe Strecken benötigt man eine Salmonidenkarte, die 15,34 € pro Tag kostet. Steht auf der Gewässertafel noch ein „F“, darf dort nur mit Fliege geangelt werden.

    Bestimmungen: In Salmonidengewässern ist das Nachtangeln verboten, vom 1.1. bis 30.4. Schonzeit. Vom 1.5. bis 30.9. darf in Salmonidengewässern mit Spinn- und Flugangel geangelt werden, vom 1.10. bis 31.12. nur mit der Flugangel. Achtung: Forellen haben ab 1.10. Schonzeit, nur auf Äschen darf dann noch gefischt werden.

    Informationen: Fliegenfischeratelier, Förstereistraße 4a, 01458 Ottendorf- Okrilla, Tel. 035205/71442, www.fliegenfischeratelier.de

    Unterkunft: Touristinformation Dresden, Schlossstraße 2, 01067 Dresden, Tel. 0351/50160160, www.dresden.de

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