Die Secura-Hakensicherung

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Mit der Secura-Hakensicherung konnte der Drilling zwischen zwei Bakelit-Halbkugeln gesichert werden.

Kurz nach dem 2. Weltkrieg brodelten Deutschlands Angelzeitschriften nur so über vor kuriosen Erfindungen und Neuentwicklungen.

Der Bedarf an Angelgerät war groß, viele Angler versuchten ihr Glück in der Geräteproduktion. So auch Hermann Schneider aus Hamburg. In der April-Ausgabe 1951 der „Fischwaid“ erschien seine Anzeige für die neue Secura-Hakensicherung. In zwei Bakelit-Halbkugeln mit Schraubgewinde, dem sog. „Sicherungskörper“, konnte der Drilling eines Kunstköders verborgen werden, damit sich Blinker und Haken ungefährlich in der Jacken- oder Hosentasche aufbewahren ließen. Es gab die Hakensicherung in vier Größen von 13,5 bis 27,5 mm Durchmesser. Der Preis war durchaus stolz, 0,40 DM für die größte Größe (das durchschnittliche Jahresgehalt lag damals nur bei ca. 3.500 DM!). Die clevere Hakensicherung wurde zum Patent angemeldet, hat sich aber bis heute nicht durchgesetzt. Es ist auch ziemlich fummelig, mit klammen Händen, die beiden Halbkugeln zu verschrauben. Das Bakelitmaterial war und ist aber ungewöhnlich stabil, ich habe noch keine zerbrochene Hakensicherung gesehen. Bei heutigem Kunststoff würde das deutlich anders aussehen.

Fragen oder Anmerkungen an thomas.kalweit@paulparey.de

"HS" auf einer stilisierten Windmühle steht für Hermann Schneider aus Hamburg. In altem Angelgerät aus den 1950ern tauchen diese seltsamen Kugeln hin und wieder auf.
Die Hakensicherungen gab es in verschiedenen Farben, die miteinander kombiniert werden konnten.
In den Schlitz am Rand wurde der Schenkel des Drillings gelegt.
Aus der "Fischwaid", April 1951.
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