Bigge- und Listertalsperre

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Strammer Hecht
Solche Hechte lauern in der Bigge- und der Listertalsperre.
Sauerland-Talsperre
Idyllisches Bootsangeln im Sauerland.
Prächtige Rotaugen
Idyllisches Bootsangeln im Sauerland.

Raubfische aus dem Sauerland. Wer in der Bigge- oder in der Listertalsperre im idyllischen südlichen Sauerland angelt, kann auf eine erfolgreiche Fischwaid hoffen. Zwar betrifft das in erster Linie die Räuber, aber auch die Friedfische erreichen stattliche Gewichte.

Von Dieter Schröder

Bigge- und Listertalsperre gelten in Anglerkreisen als fischreich und haben zusammen eine Wasserfläche von 868 Hektar, wovon 700 auf den zwischen 1957 und 1965 erbauten Biggestau entfallen.

Die Listertalsperre dient heute der Trinkwassergewinnung. Aus diesem Grund darf der untere Teil nicht wassersportlich genutzt werden. Auch das Angeln ist untersagt. Deshalb verfügt die Talsperre über ein Schongebiet, welches sich positiv auf den Fischbestand auswirkt.

Zwar ist die Biggetalsperre bei Petri-Jüngern die bekanntere, doch auch in der Listertalsperre gehen immer wieder dicke Brocken an den Haken – vor allem Raubfische. Lassen Sie mich mit der „Lister“ beginnen:

Die aussichtsreichsten Plätze für Raubfischangler befinden sich an der Kalberschnacke und Kalberschnacker Brücke sowie bei Windhagen. Hecht, Zander und Barsch sind die beliebteste Beute. Sie werden sowohl vom Boot als auch vom Ufer aus gefangen.

Auch Seeforellen kommen in der Lister vor werden aber nur hin und wieder als Beifang beim Schleppen auf Hecht gefangen. Erfolgreiche Köder sind schlanke Wobbler, Spinner und Blinker. Mit ihnen und mit toten Fischchen kann man selbstverständlich auch Esox bis 30 Pfund! an den Haken locken.

Als weiterer Raubfisch kommt der Aal vor. Beste Fangzeit im Hochsommer ist der späte Abend; die besten Plätze befinden sich vor den Krautbetten im oberen Seeteil. Tauwurm sowie kleine tote Fischchen an der Grundangel sind die gängigsten Köder.

Prächtige Friedfische

Auch der Friedfischbestand ist gut. Überall im See kann man mit dicken Brassen und schönen Rotaugen rechnen wobei die schwersten Fische oft weit ab vom Ufer mit der Feederrute erbeutet werden. Als Köder dienen Rotwürmer, Maden oder Mais für den sich im oberen Bereich bei Hunswinkel auch Karpfen und Schleien interessieren.

Die Listertalsperre ist nicht nur das kleinere der beiden Gewässer sondern auch das etwas ruhigere. Wenn im Hochsommer an der Biggetalsperre reges Treiben herrscht findet man hier durchaus noch gute Angelplätze.

Zur Biggetalsperre: Vor einigen Jahren sorgte sie durch den Fang großer Seeforellen für Aufsehen. Zwar ist es mittlerweile etwas ruhiger um diese Salmonidenart geworden doch werden immer noch regelmäßig Exemplare um die zehn Pfund erbeutet. Mepps-Spinner und schlanke Blinker sind fängige Köder. Die besten Aussichten einen großen Fisch vom Ufer aus fangen zu können bestehen im Mai. Ansonsten ist das Schleppangeln wesentlich erfolgreicher – vor allem im Herbst wenn der Wasserstand der Talsperre zu fallen beginnt.

Jedoch nicht nur die Seeforellen locken die Petri-Jünger an diese Talsperre. Vor allem gewichtige Hechtdamen welche teilweise mehr als 16 Kilogramm auf die Waage bringen ziehen die Raubfischangler an. Direkt zu Saisonbeginn im Mai lassen sich die Räuber in den flachen Seeteilen an den Haken locken. Tote Köderfische und Wobbler versprechen gute Fänge. Im Hochsommer folgt Esox den Maränen und Weißfischen ins offene Wasser und wird mit Gummifischen oder Wobblern beim Schleppangeln erbeutet.

In tiefen Regionen

Die eigentliche Top-Zeit ist jedoch der Spätherbst. Dann sollte man die tieferen Regionen befischen wie etwa die Waldenburger Bucht oder die steilen Kanten bei Neulisternohl. Auch die Zander stehen in diesen Bereichen. Tote Köderfische knapp über Grund angeboten sowie Twister und helle Gummifische führen am ehesten zu einem erfolgreichen Angeltag.

Im Spätsommer lassen sich vor allem in den Abendstunden prächtige Zander erbeuten. Man sollte zu dieser Zeit in Wassertiefen zwischen drei und sechs Metern – beispielsweise im Bereich von Sondern – angeln.

Sehr gut fielen in den vergangenen Jahren auch die Barschfänge aus wobei einzelne Stachelritter Gewichte von mehr als fünf Pfund erreichten. Besonders gut ist das Frühjahr. Tauwürmer, ein dickes Bündel Maden oder mehrere Mistwürmer sind die Top-Köder. Später im Jahr dagegen fische ich lieber mit kleinen Wobblern, Twistern, Gummifischen sowie Spinnern.

Kunstköder und tote Fische

Die zweite sehr gute Fangperiode auf Barsche ist der Spätherbst. Neben den Kunstködern bringen dann kleine tote Köderfische am Spinnsystem dicke Fische in den Kescher. Wer vom Boot aus fischt sollte an einer der vielen Brücken den Tunkfisch oder einen kleinen Vertikalwobbler „aufreizend“ spielen lassen.

Ein weiterer hier lebender Räuber ist der Aal. Fische, Fischfetzen sowie Würmer sind ideale Köder. Fangen kann man die lichtscheuen Gesellen eigentlich überall doch Plätze mit Steinschüttungen sind sicherlich am aussichtsreichsten.

Neben den Seeforellen kommen noch drei weitere Salmonidenarten vor und zwar Bach- und Regenbogenforellen sowie Seesaiblinge. Sie sind allerdings relativ selten und werden kaum gezielt beangelt. Meist beißen sie beim Schleppen auf Seeforellen.

Wo es so viele große Räuber gibt muss natürlich das Angebot an Futterfischen stimmen. Daß dies der Fall ist merkt man sofort beim Hantieren mit der Stipprute. Egal ob Sie mit der unberingten Rute der Winkelpicker-Rute oder der Bolognesemethode angeln – auf Made, Wurm, Mais oder Teig werden Sie kaum als Schneider nach Hause gehen – vorausgesetzt Sie haben den Erfordernissen entsprechend angefüttert. Rotaugen und Brassen gibt es reichlich.

In den Buchten und im oberen Seeteil beißt hin und wieder auch ein dicker Döbel. Gleiches gilt für Karpfen und Schleien. Um diese an den Haken zu bekommen sollten Sie jedoch Frühaufsteher sein. Gerade im Sommer ist das die beste Zeit. Ideal ist es den Angelplatz am Abend zuvor mit Mais oder Teig anzufüttern.

Info

Beide Talsperren werden vom Ruhr-Verband bewirtschaftet. Preise der Erlaubnisscheine und Bedingungen sind identisch es wird jedoch für jede der beiden Talsperren ein separater Erlaubnisschein benötigt.

Gebühren:

Tag 6 Euro, 2-Tagesschein 9 Euro, Woche 18 Euro, Jahr 62 Euro Jugendliche 31 Euro je Talsperre.

Ausgabestellen:

Angelsport Meser, Fliederweg 2, 57462 Olpe-Sondern, Tel. 02761/65517, Fax 02761/64556, E-Mail info@angelsport-meser.de www.angelsport-meser.de; Attendorner Angellädchen, Schüldernhof 8, 57439 Attendorn, Tel. 02722/4340 oder 2802.

Bestimmungen:

Geangelt werden darf mit zwei Ruten, Schleppangeln ist vom 16.3. bis 30.11. erlaubt. Angelzeit: von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang vom 1.6. bis 30.9. ist Nachtangeln erlaubt.

Unterkünfte:

Unterkünfte vermittelt die Südsauerland Touristik, Kreisverkehrsverband, Seminarstr. 22, 57462 Olpe, Tel. 02761/94570.

Anfahrt:

Zu erreichen sind die Talsperren über die A45 Abfahrt Olpe, die A4 Köln-Olpe, Abfahrt Drolshagen oder die Bundesstraßen 54 und 55.

Foto: Verfasser

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